Bild: Barbara Bechtloff

Unternehmensgruppe Terhalle: Ein Büro für alle Gesundheitsthemen

Das Holzbauunternehmen Terhalle in Ahaus-Ottenstein hat neue Wege beschritten, um seine Mitarbeiter vor körperlicher und psychischer Überforderung zu schützen. Mit einer Potentialberatung wurde das Betriebliche Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht.

Innovation, Qualität und handwerkliches Know-How sind die Markenzeichen der Unternehmensgruppe Terhalle in Ottenstein. 1986 als Zimmerei durch Josef Terhalle gegründet, zählt Terhalle heute zu den mittelständischen Unternehmen in der Region. Das breit aufgestellte Portfolio des familiengeführten Unternehmens reicht über Zimmerer-, Holzrahmenbau-, Dachdecker-, Innenausbauarbeiten, Fenster & Haustüren bis hin zur Erstellung ganzer Gebäude und Objekte in schlüsselfertiger Bauweise. Über eine Fläche von sechs Fußballfeldern dehnt sich das Betriebsgelände mittlerweile aus. Aus drei Mitarbeitern der einst reinen Zimmerei sind heute 310 Angestellte und Handwerker geworden.

In dieser Zeit hat sich nicht nur das Unternehmen vergrößert, auch die Arbeitswelt hat sich gewandelt.  Das reine von körperlicher Arbeit geprägte Handwerk verlagert sich immer mehr in die Produktionshallen, an Steharbeitsplätze und Schreibtische. Daraus ergeben sich für Handwerker neue Herausforderungen, bei denen sie begleitet werden müssen. Wer vermehrt Prozesse kontrolliert, am Bildschirm arbeitet, Informationen verarbeitet und Entscheidungen abwägen und fällen muss, ist besonders mental gefordert. Belastungen, die der gesetzlich geregelte Arbeitsschutz allein nicht abfedern kann. Als ergänzendes System will das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) die körperlichen und psychischen Belastungen von arbeitenden Menschen systematisch erfassen und verringern. 

Anfang der 2010er-Jahre lernt der Eigentümer, Josef Terhalle, bei einer Informationsveranstaltung zu öffentlich geförderten Projekten Friedhelm Perrevoort von der SGB Akademie GmbH kennen. Der zertifizierte Berater für Betriebliches Gesundheitsmanagement referierte dort über betriebliche Gesundheitsförderung. Nach Gesprächen mit Perrevoort ist der Unternehmer davon überzeugt, dass das Thema Gesundheit im Betrieb über Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit hinaus ganzheitlich betrachtet und systematisch angegangen werden müsse. „Das Unternehmen ist sehr schnell gewachsen, und die Arbeitsbereiche der Mitarbeiter haben sich zum Teil komplett geändert“, sagt Josef Terhalle. „Damit kommen nicht alle gleich gut klar. Um unsere Leute besser einzubinden und nicht zu überfordern, haben wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht.“ Das geschah 2014 über das Förderinstrument der Potentialberatung und mithilfe der Beratungsdienste von Perrevoort.

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Die Beratung bei Terhalle startet mit einer großflächigen Mitarbeiterbefragung. Hierbei sollen körperliche und psychische Belastungen eingeschätzt werden. Denn: „Oft sind es psychische Belastungen, die nicht sofort auf die Gesundheit einwirken. Stress mit bestimmten Kollegen oder durch Überlastung kann aber auf Dauer dazu führen, dass Menschen krank werden“, sagt der BGM-Berater. Auf Basis der Befragungsergebnisse werden konkrete Maßnahmen des BGM eingeleitet. 

Dazu gehört unter anderem die regelmäßige Ausrichtung eines Sicherheitstages. Er soll zeigen, wo körperliche Risiken im Unternehmen bestehen. Einmal im Jahr stehen nun bei Terhalle für einen ganzen Tag die Maschinen still. Stattdessen absolvieren die Mitarbeiter praktische Übungen wie Ladungssicherung, das Anlegen von Sicherheitsgurten oder Sicherheitstrainings mit Fahrsimulatoren. „All das hilft, uns wieder bewusst zu machen, was wir alles beachten müssen“, sagt Terhalle.

Zudem steht der Belegschaft heute mit einem eigenen Beratungsbüro eine ständige allgemeine Mitarbeiterberatung zur Verfügung. Hierbei können Fragen zur betrieblichen Wiedereingliederung von länger oder wiederholt erkrankten Mitarbeitenden beantwortet werden. Mitarbeitende können hier aber auch über Konflikte, Sorgen, Nöte und private Probleme sprechen oder Ideen zur Verbesserung des BGM vorbringen. 

Aus der Potentialberatung heraus kommt auch der Impuls, im BGM einen dauerhaften Austausch innerhalb der einzelnen Abteilungen zu etablieren. In so genannten Gesundheitszirkeln treffen sich bis zu acht Mitarbeiter aller Hierarchieebenen eines Bereichs, um die verschiedenen Belastungen und Probleme in der jeweiligen Abteilung zu besprechen. „Es empfiehlt sich immer, jemanden für den Zirkel auszuwählen, der das Unternehmen gut kennt und eine hohe Akzeptanz bei den Kollegen besitzt“, sagt Perrevoort. Dann lasse sich in den Zirkeln effektiv darauf hinarbeiten, vorhandene Belastungen innerhalb und außerhalb der Abteilung zu identifizieren, durch geeignete Ideen zu minimieren und dadurch Mitarbeiter gesund und arbeitsfähig zu halten. Terhalle-9577.jpg

Terhalle setzt bei der Gesundheitsförderung aber auch Anreize zur Eigeninitiative. Ein Gesundheits-Bonusheft listet 18 Möglichkeiten auf, selbst tätig zu werden. Darin können sich die Mitarbeitenden Blutspenden, Vorsorgeuntersuchungen oder Teilnahmen an Fitnesskursen bescheinigen lassen. Jeden Nachweis belohnt das Unternehmen mit zehn Euro. Nach einem Jahr können besonders Aktive also 180 Euro ausgezahlt bekommen.

Mit solchen und weiteren Angeboten, wie z. B. Radleasing, einem Spinningkurs und Lauftreff oder einer Ergonomischen Beratung, möchte Terhalle Anreize setzen und zugleich seine Wertschätzung für die Mitarbeiter und deren Gesundheit über den Dienst hinaus ausdrücken. Dass Ideen wie diese auch eine Außenwirkung besitzen, ist ein willkommener und beabsichtigter Nebeneffekt für eine Firma, die im Wettbewerb um Fachkräfte als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte.

Kontakte:

Unternehmensgruppe Terhalle Holzbau, Ahaus-Ottenstein

Josef Terhalle, Geschäftsführender Gesellschafter

Tel.: 02561 9823-0

Mail: info@terhalle.de

www.terhalle.de

 

SGB Akademie GmbH – Zentrum für betriebliches Gesundheitsmanagement, Heek

Klaus Tilly, Geschäftsführer

Tel.: 02568 935273

Mail: ktilly@sgb-akademie.com

www.sgb-akademie.com