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Zimmerreinigung in Luxushotels im Rheinland

Zwei rumänische Beschäftigte wandten sich Ende 2016 an die Beratungsstelle des Projektes "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten!" in Düsseldorf mit der Bitte um Unterstützung.

Sie arbeiteten seit 2014 für verschiedene Unternehmen im Zimmerreinigungsservice von Luxushotels in Düsseldorf und Essen. Die Reinigungsfirmen in dieser Branche sind weitestgehend vernetzt und tauschen regelmäßig die Beschäftigten untereinander aus, so dass sie ständig die Möglichkeit haben, innerhalb der Probezeit zu kündigen. Beiden Beschäftigten war ein Arbeitsvertrag versprochen worden, sie arbeiteten den ersten Monat aber „schwarz“ und waren nicht sozialversichert. Sie erhielten das Geld für den Monat bar ausgezahlt und eine Lohnabrechnung mit der Auszahlungssumme „Null“. Nachdem sie einen Vertrag erhalten hatten, arbeiteten sie mit der Vorgabe, 3 – 3,5 „Neuzimmer“ pro Stunde zu reinigen. Diese Vorgabe ist nicht umsetzbar, da „Neuzimmer“ immer von Grund auf gereinigt werden müssen. Die täglichen Arbeitsstunden wurden erfasst und durch den Vorgabeschlüssel geteilt, so dass sich der reale Stundenlohn deutlich verringerte. Lohnfortzahlung an Feier- oder Urlaubstagen fand nicht statt, Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit wurden nicht gezahlt. Mittlerweile haben beide Beschäftigte selber gekündigt und den Arbeitgeber auf Zahlung der ausstehenden Lohnanteile verklagt.

Mit Hilfe der Beratungsstelle konnten sie anhand ihrer Stundenzettel eine genaue Aufstellung ihrer Forderungen machen. Die Beratungsstelle organisierte eine  Rechtsanwältin und die Prozesskostenhilfe für den anstehenden Arbeitsgerichtsprozess. Der Kammertermin ist für Juni angesetzt, die Betreuung durch die Beratungsstelle geht solange weiter.

Diese und ähnliche Praktiken sind im Reinigungsgewerbe bei der Zimmerreinigung von Hotels  inzwischen weit verbreitet. Die Ausbeutung und illegale Beschäftigung von Menschen aus Osteuropa ist in dieser Branche zu einem lukrativen Geschäftsmodell geworden.