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Arbeit in der Fleischindustrie

Die Fleischindustrie und die dort existierenden Arbeits- und Wohnbedingungen stehen in der Kritik. Wegen der Ausbrüche des Coronavirus in großen Schlachtbetrieben in Nordrhein-Westfalen wird erneut die Frage aufgeworfen, wie die Situation der Beschäftigten verbessert werden kann. Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium setzt sich für gute Arbeit in der Fleischindustrie ein und bekämpft deshalb Arbeitsausbeutung und Verstöße gegen das Arbeitsrecht auf vielen Ebenen.

Nicht nur während der Corona-Pandemie müssen die Arbeitsrechte und der Arbeitsschutz von Beschäftigten in der Fleischindustrie gewahrt werden. Viele der Beschäftigten sind nicht bei den Schlachtbetrieben selbst, sondern bei Werkvertragsunternehmen angestellt. Sie arbeiten und wohnen häufig unter prekären Bedingungen. Da es sich bei einem Großteil dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um ausländische Beschäftigte handelt, existiert für sie eine zusätzliche Sprachbarriere. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt deshalb nicht nur den Aufbau eines landesweiten Beratungsnetzwerks gegen Arbeitsausbeutung, sondern führt auch immer wieder Kontrollen bei Betrieben in der Fleischindustrie durch.

Die Werkverträge sind eine Ursache für die prekären Beschäftigungen. Daher setzt sich Nordrhein-Westfalen für ein Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie ein. Gleichzeitig soll aber auch die Arbeitnehmerüberlassung verboten werden, um so einer Umgehung einer Festanstellung im Unternehmen selbst vorzubeugen. Aber auch die sonstigen Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden. Die Bundesregierung hat hierzu am 29.07.2020 einen Gesetzentwurf eines Arbeitsschutzkontrollgesetzes vorgelegt. Nordrhein-Westfalen wird diesen Gesetzentwurf kritisch begleiten um für eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie zu sorgen.

Informationen und Beratung

Beschäftigte der Fleischindustrie können sich bei Arbeitsschutzmängeln und Rechtsverstößen vertraulich und anonym an die Arbeitsschutzverwaltung Nordrhein-Westfalen wenden. Zusätzlich erhalten sie hier Informationen in verschiedenen Sprachen zu ihren Rechten und weitergehenden Unterstützungsangeboten.

Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit den bestehenden Beratungsprojekten "Faire Mobilität" und "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" schrittweise ein landesweites Beratungsnetzwerk gegen Arbeitsausbeutung in Nordrhein-Westfalen aufgebaut.

Weitere Informationen und Beratung für ausländische Beschäftigte finden Sie hier.