Bild: Pixabay

Polnische Arbeitnehmerin wehrt sich erfolgreich gegen fristlose Kündigung!

Ende Januar erschien eine polnische Arbeitnehmerin in der Beratungsstelle des Projektes „Faire Mobilität“ in Rheda-Wiedenbrück. Sie arbeitete in der Lager-Logistikbranche und war bis zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Arbeit sehr zufrieden.

Im Dezember war sie mehrfach krank gewesen und hatte sich arbeitsunfähig gemeldet. Durch eine polnisch sprechende Verwaltungsmitarbeiterin in der Buchhaltung war ihr daraufhin mitgeteilt worden, dass sie Schwierigkeiten bekäme, wenn sie sich weiter krank meldet. Häufige Krankmeldungen würden nicht gerne gesehen. Als sich die Arbeitnehmerin erneut korrekt krank meldete, kam für sie die Überraschung:

Der Arbeitgeber weigerte sich den Dezemberlohn zu zahlen und vom Januarlohn wurde eine Vertragsstrafe von 750 € abgezogen. Zudem erhielt die Arbeitnehmerin die fristlose Kündigung.

In der Beratungsstelle wurden mit der Arbeitnehmerin und ihrem Mann ihre Ziele und Handlungsoptionen eingehend erörtert. Sie wollte die Auszahlung des Dezemberlohns, die Rücknahme der Vertragsstrafe und die Umwandlung der fristlosen in eine fristgerechte Kündigung. Ihr wurde daraufhin geraten, zur Rechtsantragsstelle des Arbeitsgerichts in Bielefeld zu gehen und Klage gegen die fristlose Kündigung und die Vertragsstrafe einzureichen. Darüber hinaus sollte sie einen Beratungshilfeschein und eine(n) Dolmetscher(in) beantragen. Ein paar Wochen, nachdem sie die Klage eingereicht hatte, kam vom Gericht die Einladung zu einem Gütetermin mit der Zusage, dass ein Dolmetscher anwesend sein wird. Beim Gütetermin erlebte die Arbeitnehmerin die zweite Überraschung:

Der ehemalige Arbeitgeber hat eingelenkt und ihren Forderungen in vollem Umfang zugestimmt.
Die Arbeitnehmerin war sehr erleichtert, dass sie ohne großen Aufwand mit Unterstützung der Beratungsstelle ihre Forderungen durchsetzen konnte.