Bild: Joe Kramer

Servicestelle Zeitarbeit und Werkverträge

Das Projekt "Servicestelle faire Zeitarbeit und Werkverträge", wird bereits seit Ende 2008 vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Deutschen Gewerkschaftsbund in NRW unterstützt. Die Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V. führt das Projekt durch.

Zu den Aufgaben der TBS Beraterinnen und Berater gehört es, Beschäftigte und Arbeitsuchende bei Fragen zu Zeitarbeit und Werkverträgen schnell und unkompliziert zu informieren und zu beraten.

Darüber hinaus hilft die Servicestelle aber auch Betriebs- und Personalräten bei allen Fragen rund um die Themen faire Zeitarbeit und Werkverträge weiter. Dazu kann es beispielsweise gehören, Interessenvertretungen zu unterstützen, die Regelungen für den Einsatz von Zeitarbeitskräften oder Werkverträgen in ihrem Unternehmen vereinbaren wollen. Zudem bietet die Servicestelle Schulungen, Workshops und Veranstaltungen für Betriebs- und Personalräte an und stellt Informationsmaterialien zur Verfügung.

Das kostenlose Informationsangebot der Servicestelle kann auch von Arbeitsagenturen und Jobcentern genutzt werden. So führen die Beraterinnen vor Ort Schulungen und Veranstaltungen sowohl für die Arbeitssuchenden als auch für die Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler durch.

Seit Mitte 2019 werden von der Servicestelle Schulungen für Beraterinnen und Berater von Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten angeboten. Diese behandeln die rechtlichen Rahmenbedingungen und vermitteln, welche Kriterien faire Zeitarbeit ausmachen.

Hier finden Sie den Flyer "Ratgeber Zeitarbeit" im PDF-Format.

Hier finden Sie den Flyer "Ratgeber Werkvertrag" im PDF-Format.

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Website der Servicestelle Faire Zeitarbeit und Werkverträge.

Frage des Monats

Einsatzmeldung Zeitarbeit: Kann ich einen Einsatz ablehnen?

Grenzen durch Arbeitsvertrag

Das wichtigste Dokument ist hierfür der Arbeitsvertrag. Hier sollten unter anderem Arbeitszeit, Arbeitsort und ihre Qualifikation vereinbart sein. Wenn die vertragliche Arbeitszeit beispielsweise zwischen 8 bis 16 Uhr vereinbart ist, dürfen Sie einen Einsatz ablehnen, der außerhalb dieser vertraglichen Arbeitszeit liegt. Ähnliches gilt für den Arbeitsort: ist Ihre Heimatstadt oder das Land NRW im Arbeitsvertrag als Einsatzort vermerkt, kann die Zeitarbeitsfirma Sie nicht zu Einsätzen außerhalb dieses Gebiets verpflichten. Wenn hierzu nichts vereinbart ist, gilt der Betriebssitz des Verleihers als Arbeitsort (Ulber 2017: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, §11 Rn. 37). Genauso muss ihre vereinbarte Qualifikation angemessen berücksichtigt werden. Falls Sie laut Arbeitsvertrag für Helfertätigkeiten eingestellt sind, müssen Sie keine Einsätze annehmen, die eine andere Qualifikation voraussetzen.

„Bundesweiten Einsatz“ unterschrieben

Wenn Sie in Ihrem Arbeitsvertrag einem „bundesweiten Einsatz“ zugestimmt haben, kann ihr Arbeitgeber sie theoretisch darauf verpflichten. Dabei sollte aber das Interesse des Arbeitnehmers an „zumutbaren“ Pendelzeiten berücksichtigt werden. Eine feste Regelung gibt es hierzu nicht, für Jobcenter und Agenturen für Arbeit gelten aber beispielsweise Pendelzeiten von mehr als zweieinhalb Stunden als unzumutbar (§121 SGB III: Zumutbare Beschäftiung)

Arbeitsschutz

Andere Ablehnungsgründe betreffen das Thema Arbeitsschutz (BAG 25.11.1993; DB 1994, 1087). Ist dieser nicht gewährleistet ist, müssen Sie einen Einsatz nicht antreten. Das können etwa fehlende Unterweisungen oder fehlende Schutzausrüstung sein (BAG 7.6.2016 – 1 ABR 25/13).

In Härtefällen können auch vom Arbeitgeber Vergütungspflichten (Lohnzahlung, Erstattung Fahrtkosten) die Ablehnung eines Einsatzes rechtfertigen (Ulber 2015: Leiharbeit).

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Zeitarbeit finden Sie bei der Servicestelle Zeitarbeit und Werkvertrag.